Die Entstehung des Sossusvleis

Die Namib-Wüste ist die älteste Wüste der Welt und in Jahrmillionen hat sich hier eine einzigartige Landschaft entwickelt. Die Salzpfanne des Sossusvleis ist aus dem Tsauchab-Fluss entstanden, der im Laufe der Zeit in seinem rund 150 Kilometer langen Flussbett immer mehr versandete. Man nimmt an, dass der Tsauchab einst von den Naukluft-Bergen bis in den rund 50 Kilometer entfernt liegenden Atlantischen Ozean floss. Irgendwann blockiert der riesige Dünengürtel den Strom des Tsauchab und der Fluss endete im Nirgendwo und bildete eine rissige und trockene Oberfläche aus Salz und Lehm.

Trockener Lehmboden und See

Trockener Lehmboden und See

Aus dieser Tatsache resultiert auch die Bezeichnung der Nama für die Senke, „Sossus“ bedeutet übersetzt „blinder Fluss“. Es kommt nur alle paar Jahre einmal vor, dass der Tsauchab Wasser führt, das bis in das Vlei hinein gelangt. Durchschnittlich führt der „blinde Fluss“ alle zehn Jahre einmal Wasser. Ganz selten verwandelt sich das Sossusvlei zu diesen Zeiten in einen See, der unzählige Tiere anlockt. Kaum ist das Schauspiel vorbei, präsentiert sich der Boden des Sossusvlei wieder als rissiger Lehmboden, der aussieht wie zerbrochener Ton.

Ein See entsteht

Sorgen ergiebige Niederschläge einmal dafür, dass der Tsauchab ausreichend Wasser führt, dann füllt sich die Salzpfanne mitten in der Wüste mit dem erfrischenden Nass. Das Wasser wird aus den naheliegenden Naukluft-Bergen durch den Sesriem Canyon bis hinein in das Vlei gespült. Durch den harten und rissigen Lehmboden kann das Wasser nicht so schnell versickern und es bildet sich für einige Zeit ein See. Um den See schwimmend zu überqueren, wird nahezu eine halbe Stunde benötigt!

Das blau-grüne Wasser lockt zu dieser Zeit unzählige Wasservögel an. Auch die sonst in der sehr kargen Region darbenden Springböcke und Oryx-Antilopen werden zu neuem Leben erweckt und wenn das Sossusvlei mit Wasser gefüllt ist, ist es zu sehen: Die Wüste lebt! Nach rund vier Wochen ist in der Regel alles wieder vorbei. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Im Jahr 1997 gab es eine so riesige Flut, dass das Sossusvlei fast ein ganzes Jahr lang überflutet war. In den folgenden Jahren kam es 2000 und 2006 zu weiteren Überflutungen. Dabei floss sogar so viel Niederschlag, dass eine Lodge und der Campingplatz in Sesriem ebenfalls unter Wasser standen. Im Jahr 2011 war das Sossusvlei im Februar für einige Zeit völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Der Tsauchab führte so viel Wasser, dass die Straße zu der Naturschönheit nicht passierbar war.

Die Entstehung der Namib-Wüste

Dünen in der Namib

Dünen in der Namib

Die Namib ist neben der Atacama-Wüste in Südamerika weltweit die einzige Küstenwüste. Mit rund 20 mm Niederschlag pro Jahr ist sie in jedem Fall die trockenste Wüste der Welt. Entstanden ist die Namib bereits vor rund 80 Millionen Jahren. Geologen gehen davon aus, dass die Namib einer der ältesten Teile der Erdkruste ist. Die Ursprünge der Küstenwüste gehen bereits bis zu dem Superkontinent Gondwana zurück, der einst die gesamte südliche Halbkugel bedeckte, bevor er aufgrund der Kontinentalverschiebung begann, auseinanderzudriften. Die Namib-Wüste erstreckt sich von Angola aus über 2.000 Kilometer in das südliche Namibia. Insgesamt ist die Namib rund 95.000 Quadratkilometer groß.

Durch die Verschiebung der Antarktis von Süden nach Norden gelangte die kalte Strömung des Benguela-Stroms an die südliche Küste Afrikas. Durch das kalte Meerwasser gibt es kaum Verdunstung und es können sich keine Wolken bilden, aus denen Niederschläge entstehen. Nur der feuchte Nebel sorgt für etwas Feuchtigkeit in der auch Nebelwüste genannten Namib.